Lionsclub Wermelskirchen -WipperfĂŒrth
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Aufsatz von Wilfried Köplin zum 25. JubilÀum der Jumelage

25 Jahre Jumelage

Erinnerungen an die „Hochzeit“ des LC Wermelskirchen - WipperfĂŒrth mit dem LC Arras (Frankreich)

In 1991 blickte der LC Wermelskirchen WipperfĂŒrth (ehem. LC Bergisch Land) auf 25 Jahre Jumelage mit dem LC Arras-en-Artois zurĂŒck. Grund genung, einmal aus den alten Unterlagen die Historie aufzuarbeiten. Dabei trat recht amĂŒsantes zu Tage:

Anfang 1965 regte der damalige Zone-Chairman Plutte eine Jumelage unseres erst ein Jahr jungen Clubs mit dem LC Arras-en-Artois an, der eine Verbindung mit einem deutschen Club eingehen wollte. Unser Vorstand war gar nicht begeistert von dieser Idee, weil der junge Club erst erst noch reifen mĂŒsse und noch nicht „heiratsfĂ€hig" sei. Mit sanftem Zwang und etwas List verstand es Gouvernor Deutgen jedoch, eine erste Kontaktaufnahme zu vermitteln.

Vier Lionsfreunde verabredeten sich im April 1965 zu einer ersten „Schnuppertour (Brautschau)“ nach Arras. TatsĂ€chlich gefahren sind dann allerdings nur drei. PrĂ€sident Jores sagte sehr kurzfristig ab, schickte jedoch einen einer SchĂŒler mit einer Wandkarte von Nordrhein-Westfalen zum vereinbarten Abfahrtsort. Ob diese Karte als Gastgeschenk oder als Orientierungshilfe gedacht war, lĂ€sst sich nicht mehr eindeutig recherchieren.

Der Empfang durch den französischen Club im Hotel de l'Univers in Arras war ĂŒberaus herzlich, wenn auch unsere Freunde anfangs den TrĂ©sorier (Schatzmeister) des gastgebenden Clubs fĂ€lschlicherweise fĂŒr den Hoteldirektor gehalten hatten.

Mit einem Dia-Vortrag stellten unsere Freunde das Bergische Land vor. Als Botschaft nahmen sie mit, dass man unbedingt eine Jumelage mit einem deutschen Club eingehen wollte..

Im Juli 1965 erfolgte der Gegenbesuch mit einem Privatflugzeug, womit die Lions aus Arras zweifellos ihren Wagemut unter Beweis gestellt hatten. Statt zugelassener vier Personen entstiegen fĂŒnf der Maschine auf dem kleinen Flugplatz in WipperfĂŒrth. Nach einer Teilnahme am Clubabend und einem ersten GesprĂ€ch ĂŒber die beabsichtigte Partnerschaft erfolgte am nĂ€chsten Tag der RĂŒckflug bei sehr schlechtem Wetter. Man hatte lange auf die Starterlaubnis warten mĂŒssen, so dass zwei Lionsfreunde es vorzogen, mit der Eisenbahn nach Arras zurĂŒckzufahren. Damit war die Maschine dann auch nicht mehr ĂŒberbesetzt und man sah nach Stunden die mutigen Flieger in einer tiefliegenden Wolkendecke entschwinden. Der Fluglotse hatte Ihnen die Empfehlung gegeben, zur Orientierung an Rhein und Mosel entlang zu fliegen. Es war der Tag eines De Gaulle-Besuches in der Bundesrepublik und sie sollten keine Personenansammlung von mehr als fĂŒnf Personen ĂŒberfliegen.

Im Oktober 1965 kamen die Freunde aus Arras in einer langen Autokolonne ins Bergische Land. Unvergesslich bleibt, dass eines ihrer Clubmitglieder einen prĂ€parierten Löwenkopf aufgesetzt hatte. Die „Verlobungsfeier“ fand in Schloß Burg statt, anlĂ€sslich der der PrĂ€sident des französischen Clubs eine vorbereitete phonetische Ansprache in deutsch hielt, ohne wahrscheinlich auch nur ein Wort selber davon zu verstehen. Die GĂ€ste aus Arras mit Damen wurden weitgehend bei unseren Familien untergebracht, wobei VerstĂ€ndigungschwierigkeiten mit verschiedenen Fremdsprachen und mit Zeichensprache ĂŒberbrĂŒckt wurden.

Ende April 1966 fand ein Treffen in kleinem Kreis in Tienen/Belgien statt, um die ModalitĂ€ten der „Hochzeit" zu besprechen. Der Treffpunkt, ungefĂ€hr in der Mitte zwischen Arras und Nenne Wermelskirchen, wurde nach einem alten Guide Michelin festgelegt. Das ausgesuchte Hotel war jedoch bereits vor lĂ€ngerer Zeit abgebrannt und so traf man sich mehr oder weniger zufĂ€llig auf dem Marktplatz von Tienen.

Der „Hochzeit“ konnte nun nichts mehr im Wege stehen. Sie fand im Mai 1966 In Arras statt und war zugleich die 10-Jahresfeier des LC Arras-en-Artois. Ein Empfang in Rathaus von Arras rundete das erste große Treffen in Frankreich ab.

In den 25 Jahren Partnerschaft haben sich unsere Clubs ausnahmslos jedes Jahr besucht - abwechselnd in Frankreich und in Deutschland und jeweils mit einen informativen Programm und einer Activity zugunsten einer sozialen Einrichtung verbunden. Dabei sind auch sehr enge persönliche Freundschaften gewachsen.

Im Sinne des Lions - Gedankens, zur VerstĂ€ndigung zwischen den Völkern beizutragen, ist eine Verbindung zwischen den Clubs entstanden, von der Ă€ltere Club-Mitglieder leicht ins SchwĂ€rmen geraten und fĂŒr die neue Lionsfreunde schnell begeistert werden können.

Wilfried Köplin

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